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Selbstverletzung, Psychiater

Gestern tief geschnitten. Sehr tief. Weil es nicht weh getan hat, absolut gar nicht. Immer tiefer, immer weiter rein.

Eine Ader getroffen. Plötzlich so viel Blut, so viel. Aber irgendwann wurde es weniger. Irgendwann hat es aufgehört zu bluten.

Dienstag Termin beim Psychiater. Der Schreck von der Fast-Zwangseinweisung sitzt mir noch immer in den Knochen. Wieviel ich ihm von den aktuellen Selbstverletzungen erzählen werde? Ich weiß es nicht.

Oberflächliche Schnittwunden "akzeptiert" er inzwischen. Er findet es nicht gut, aber er hat eingesehen, dass sie nicht gefährlich sind.

Verbrennungen und tiefe Schnittverletzungen findet er immer noch sehr grenzwertig. Infektionsrisiko, Blutverlust. Diese Verletzungen machen ihm immer Sorgen, er kann sie nicht einfach so hinnehmen.

Wenn ich ihm beichte, dass ich mir täglich Verbrennungen zufüge, dann wird er glauben, handeln zu müssen. Und wenn ich ihm sage, dass ich tief geschnitten und dabei eine Ader getroffen habe, dann wird er sich erst Recht Sorgen machen.

Und mich doch einweisen?

Eigentlich ist er bei Selbstverletzungen sehr tolerant geworden. Es macht ihm Sorgen, aber er droht mir nicht mit Klinik deswegen. Keine Zwangseinweisung wegen Selbstverletzung, das ist so eine unausgesprochene Regel bei uns.

Aber wenn es so schlimm ist, wird er es vielleicht doch tun. Ich verletze mich täglich und alle Verletzungen sind aus seiner Sicht "schlimm". Er wird sich vielleicht gezwungen sehen, einzugreifen.

Und dann schickt er mich in die Klinik, weil er nicht weiß, was er sonst noch mit mir machen soll.

Wieso kann ich ihm nicht einfach vertrauen?

20.3.11 09:00
 



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