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ärztliche Willkür

Die Fast-Zwangseinweisung vor knapp 2 Wochen lässt mir immer noch keine Ruhe. Ich denke immer wieder daran, wie knapp es war und wie wenig ich beeinflussen konnte.

Ausgeliefert.

Wehrlos.

Völlig abhängig von seiner Entscheidung.

Nächste Woche habe ich wieder einen Termin bei ihm und irgendwie - irgendwie bin ich sehr unsicher. Klar, letztendlich hat er mich nicht zwangseingewiesen, aber es war so knapp, so verdammt knapp. Und alleine zu erleben, wie wenig ich notfalls gegen ihn ausrichten könnte - das fühlt sich scheußlich an.

Ich bin unschlüssig, wieviel ich ihm erzählen kann. Bisher war ich recht offen zu ihm, habe immer ehrlich gesagt, wie es mit Suizidgedanken und Selbstverletzungen ausschaut, habe ihm normalerweise auch sämtliche frische Wunden gezeigt, wenn er sie sehen wollte. Aber jetzt... 

Was kann ich ihm erzählen, ohne ihn wieder auf die "Idee" Zwangseinweisung zu bringen? Kann ich noch ehrlich über meine Suizidgedanken und das SVV sprechen oder gefährde ich damit meine Freiheit? Lieber alle "heiklen" Dinge vor ihm verheimlichen? Verschweigen? Lügen? Klar sagen, dass ich nicht mehr darüber reden werde?

Mir macht an dieser Fast-Zwangseinweisung vor allem seine Willkür zu schaffen. Ich meine, ich kann verstehen, warum er mich einweisen wollte. Aus seiner Sicht muss ich wirklich akut suizidal gewirkt haben und da ist es schon verständlich, dass er mich nicht einfach so wieder gehen lassen wollte. Aber ich verstehe absolut nicht, warum er mich dann letztendlich doch gehen ließ. Es gibt keinen logichen Grund, vielleicht war es einfach Bauchgefühl oder sowas, aber letztendlich - eine Willkürentscheidung. Nicht rational begründbar, sondern einfach völlig willkürlich.

Was garantiert mir, dass er mich nicht irgendwann willkürlich zwangseinweisen wird? Wenn er von mir genervt ist, mich loswerden will. Oder sein Ego durch Machtausübung aufwerten will. Er muss nur sagen, ich sei akut selbstgefährdend, und schon bin ich in der Klapse. Denn selbst wenn es nicht stimmt und ich es abstreite - wer würde mir schon glauben? Nein, man würde auf den erfahrenen Psychiater hören, der mich noch dazu schon lange kennt und bestimmt einschätzen kann, wie selbstgefährdend ich aktuell bin.

Wenn er Lust dazu hat, könnte er mich einfach so einweisen. Und ich könnte nichts, rein gar nichts dagegen tun.

16.3.11 21:04
 



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