... auf der Suche nach Leben ...



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Klappe, die 4.

Tja, da bin ich wieder. Nach einer längeren bloglosen Zeit fange ich nun doch wieder an, meine Gedanken im Internet preiszugeben. Warum? Ich weiß es selber nicht so genau. Eine Weile hatte ich keine Lust mehr auf bloggen und habe lieber für mich, ganz privat, Tagebuch geschrieben. Jetzt mag ich das nicht mehr und habe schon seit einigen Wochen mit dem Gedanken gespielt, wieder ein Blog anzufangen.

Nun ja - hier ist es also, mein inzwischen 4. Blog.

Was das hier werden wird, kann ich noch nicht sagen. Vermutlich eine bunte Mischung aus schönen und weniger schönen Erlebnissen, aus Höhenflügen und Abstürzen, aus Träumen und Ängsten. Ein Blog über ein scheinbar völlig normales Studentenleben, über Freunde und Familie, aber auch über den Kampf gegen Depression, Angst und Selbstverletzung.

17.8.10 11:08


rätselhafter Bahnhof

Es gibt da diesen einen Bahnhof. Nicht in der realen Welt. Da existiert er nicht. Aber in meinen Träumen, nachts, da gibt es ihn. Ich träume regelmäßig von ihm und frage mich langsam, warum. Warum träume ich immer wieder von diesem Bahnhof, der doch gar nicht existiert?

Ich mag nicht mehr von dem Bahnhof träumen. Ich mag nicht mehr diese merkwürdigen, irgendwie bedrohlichen Menschen in meinen Träumen treffen. Ich mag die kaputten Fahrkartenautomaten nicht mehr. Ich mag nicht mehr darum kämpfen, doch noch irgendwie an eine Fahrkarte zu kommen. Rechtzeitig an eine Fahrkarte zu kommen, denn Zeit habe ich an diesem Bahnhof grundsätzlich nicht. Ich komme immer kurz vor knapp dort an, mal von zu Hause, mal mit schrottreifen Zügen voller merkwürdiger Personen. Die Fahrkartenautomaten funktionieren grundsätzlich nicht und es sind für die vielen Menschen auch viel zu wenige aufgestellt. Und wenn ich es dann doch schaffe, ein Ticket zu lösen, muss ich Berge von Gepäck schleppen und finde mich in einem schrottreifen, völlig überfüllten Zug wieder.

Und er fährt los, mit mir darin, verängstigt, gestresst, erschöpft.

Aber das Ziel erreiche ich nie.

Irgendwas kommt immer dazwischen. Baustellen in unheimlichen Gegenden, wegen denen es nicht mehr weitergeht. Polizei, die den Zug anhält und die Reisenden auffordert, nach Kindern zu suchen, die genau an dieser Stelle vor Jahren verschwanden. Umsteigen an anderen Bahnhöfen, die aber offenbar stillgelegt sind und an denen keine anderen Züge mehr verkehren. Flucht aus dem fahrenden Zug, weil ich von irgendwas (oder irgendwem?) bedroht werde.

18.8.10 05:34


Schuld und Druck

Manchmal ist es schon eine ziemliche Belastung, hier bei meiner Familie zu sein. Es ist zwar - im Vergleich zu früher - deutlich besser geworden, aber gewisse Personen hier werden sich wohl nicht mehr ändern. Manche der alten Beziehungen und Dynamiken existieren immer noch. Subtile Anfeindungen, Schuldzuweisungen, mehr oder weniger deutliche Beleidigungen, Erzeugung von Zwiespälten und Situationen, in denen man es grundsätzlich nur falsch machen kann, egal was man tut oder nicht tut.

Und jetzt fühle ich mich wieder schlecht und wertlos und böse und schuldig, schuldig, schuldig, schuldig.

Ja, Familiendynamiken waren ein großer Thema in der letzten Therapie. Die haben wir lange durchanalysiert und inzwischen verstehe ich, "was hier gespielt wird". Aber verstehen ist das Eine - mich davon nicht belasten zu lassen ist eine völlig andere Sache. Klappt dank Verstehen und Therapie inzwischen auch viel besser, aber manchmal... manchmal eben nicht.

Schuldig, schuldig, schuldig, schuldig.
Und böse.
Und schlecht.

Ich habe wahnsinnig Druck, mich wieder zu verletzen. Nein, ich werde nichts machen. Nicht, solange ich hier bin. Aber wenn ich jetzt in Uni-Stadt wäre, dann weiß ich nicht, was ich tun würde. Ich hoffe, dass der Druck in den nächsten Tagen wieder weniger wird. Bis Sonntag bin ich ja noch hier, d.h. bis dahin werde ich mir sehr sicher nicht weh tun. Sonntag Abend bin ich wieder zu Hause und dann wird das wesentlich schwieriger, die Finger von den Klingen zu lassen.

Es ist wirklich zum verrückt werden! (Ach, bin ich etwa nicht sowieso schon verrückt?) Ich hab Druck, ich will mich schneiden, ja verdammt, ich will es machen, weil es diese blöden Gefühle und Erinnerungen weg macht, weil es sich gut anfühlt, und wenn auch nur für einen Moment, egal, es hilft! Und dabei weiß ich doch, was für ein Mist das ist, wohin es führen kann, was für Konsequenzen es hätte, wenn ich die Kontrolle verliere.

Außerdem ist doch nächste Woche mal wieder Psychiater-Termin angesagt und ich mag ihm nicht schon wieder frische Wunden beichten müssen. Andererseits fällt es mir noch immer schwer, ohne Verletzungen zu ihm zu gehen. Ich kenn ihn inzwischen recht gut, ich weiß doch, dass er sich freut, wenn ich nichts gemacht habe, dass er das toll findet und so. Aber manche Erfahrungen kann ich nicht so leicht beiseite schieben, z.B. eben diesen einen Arzt damals, der mir nicht glaubte, dass ich mich nicht verletzt hab und der verlangte, dass ich mich fast komplett entkleide damit er's kontrollieren kann. Mir ist schon klar, dass mein Psychiater sowas niemals von mir verlangen würde, aber... Hmm. Wenn doch?! Ich mag nicht noch einmal so erniedrigt werden... Dann lieber ein paar Schnittverletzungen und die zeigen...

20.8.10 11:04


Blöde Nacht gehabt. Viel wirres Zeug geträumt, oft aufgewacht, wach gelegen, Angst gehabt. Aber jetzt ist die Nacht ja vorbei.

Ein neuer Morgen. Und die Sonne scheint vielversprechend in mein Zimmer. Gleich Frühstücken mit den Eltern und dann mal gucken, was der Tag so bringt.

21.8.10 08:06


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