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wie praktisch Laborkittel doch sind

Mein Kopf fühlt sich an wie mit hämmerndem Blei gefüllt. Ich bin so müde, habe letzte Nacht nicht schlafen können. Jetzt ist mein Kopf schwer und tut weh.

Es überrascht mich, dass ich trotz allem noch fähig bin, mich zu konzentrieren. Ich hatte heute Früh wirklich ein bisschen Sorge, wie ich die Laborarbeit so übermüdet hinbekommen soll. Aber es geht, irgendwie geht es. Niemand merkt, wie erschöpft ich bin, ich kann es wunderbar überspielen.

Ich bin auch froh, dass in "meinem" Labor grundsätzlich Kittelpflicht besteht. Theoretisch sollte man ja immer im Labor Kittel tragen, aber praktisch sieht's dann doch anders aus. In vielen Laboren werden Kittel gar nicht oder nur zu bestimmten Arbeiten angezogen. Hier ist es wirklich praktisch mit dem Kittel - morgens aus der Jacke schlüpfen und schnell den Kittel überziehen und niemand sieht die frischen Wunden an meinen Armen. (Wegen der Wärme im Labor hab ich nur T-Shirt an, in langärmligen Klamotten würde ich mich zu Tode schwitzen.)

Die Kittelärmel sind natürlich nicht endlos lang, und besonders wenn ich die Arme ausstrecken muss, sieht man schon recht viel von meinen Armen. Aber keine ganz frischen Wunden, nur ältere und Narben. Zum Glück hat da noch niemand was dazu gesagt...

Jetzt mache ich noch ein paar Minuten Pause, bevor ich mich der Literaturrecherche widmen werde. Dazu muss ich mich glücklicherweise nicht so sehr konzentrieren... Erst nachher wieder, wenn ich wieder ins Labor muss, dann muss sich mein Gehirn wieder anstrengen.

Und wenn ich sehr viel Glück habe, dann bin ich heute nicht so lange im Labor wie gestern oder vorgestern. Hoffentlich, ein kurzer Tag wäre so wunderbar, gerade heute.

17.3.11 13:00


ärztliche Willkür

Die Fast-Zwangseinweisung vor knapp 2 Wochen lässt mir immer noch keine Ruhe. Ich denke immer wieder daran, wie knapp es war und wie wenig ich beeinflussen konnte.

Ausgeliefert.

Wehrlos.

Völlig abhängig von seiner Entscheidung.

Nächste Woche habe ich wieder einen Termin bei ihm und irgendwie - irgendwie bin ich sehr unsicher. Klar, letztendlich hat er mich nicht zwangseingewiesen, aber es war so knapp, so verdammt knapp. Und alleine zu erleben, wie wenig ich notfalls gegen ihn ausrichten könnte - das fühlt sich scheußlich an.

Ich bin unschlüssig, wieviel ich ihm erzählen kann. Bisher war ich recht offen zu ihm, habe immer ehrlich gesagt, wie es mit Suizidgedanken und Selbstverletzungen ausschaut, habe ihm normalerweise auch sämtliche frische Wunden gezeigt, wenn er sie sehen wollte. Aber jetzt... 

Was kann ich ihm erzählen, ohne ihn wieder auf die "Idee" Zwangseinweisung zu bringen? Kann ich noch ehrlich über meine Suizidgedanken und das SVV sprechen oder gefährde ich damit meine Freiheit? Lieber alle "heiklen" Dinge vor ihm verheimlichen? Verschweigen? Lügen? Klar sagen, dass ich nicht mehr darüber reden werde?

Mir macht an dieser Fast-Zwangseinweisung vor allem seine Willkür zu schaffen. Ich meine, ich kann verstehen, warum er mich einweisen wollte. Aus seiner Sicht muss ich wirklich akut suizidal gewirkt haben und da ist es schon verständlich, dass er mich nicht einfach so wieder gehen lassen wollte. Aber ich verstehe absolut nicht, warum er mich dann letztendlich doch gehen ließ. Es gibt keinen logichen Grund, vielleicht war es einfach Bauchgefühl oder sowas, aber letztendlich - eine Willkürentscheidung. Nicht rational begründbar, sondern einfach völlig willkürlich.

Was garantiert mir, dass er mich nicht irgendwann willkürlich zwangseinweisen wird? Wenn er von mir genervt ist, mich loswerden will. Oder sein Ego durch Machtausübung aufwerten will. Er muss nur sagen, ich sei akut selbstgefährdend, und schon bin ich in der Klapse. Denn selbst wenn es nicht stimmt und ich es abstreite - wer würde mir schon glauben? Nein, man würde auf den erfahrenen Psychiater hören, der mich noch dazu schon lange kennt und bestimmt einschätzen kann, wie selbstgefährdend ich aktuell bin.

Wenn er Lust dazu hat, könnte er mich einfach so einweisen. Und ich könnte nichts, rein gar nichts dagegen tun.

16.3.11 21:04


lernfähig

Zweiter Tag im Labor überstanden. Noch immer sehr anstrengend, weil so viel Neues und so viel zu lernen. Aber immerhin kenne ich jetzt die Leute dort, bin nicht mehr ganz so verkrampft und nicht mehr so fürchterlich nervös und ängstlich.

Heute habe ich auch schon eine Weile alleine arbeiten können. Das tut mir so gut - zu sehen, dass mein Betreuer mir die Arbeit zutraut und auch, dass ich offenbar doch recht zügig lernen kann. Natürlich werde ich noch einiges an Hilfe und Erklärungen brauchen, bis ich alles alleine machen kann, aber zumindest ein paar Dinge kriege ich schon hin ohne dass permanent jemand daneben stehen muss.

Dauert halt eine Weile, bis ich mich in allen Laborräumen auskenne, die Geräte bedienen kann und die Arbeitsabläufe im Kopf habe. Nur nicht verzweifeln... Ich krieg das schon hin.

15.3.11 21:09


anstrengende Tage

Heute würde ich so gerne wieder zurück ins Bett kriechen. Ich bin so müde, der Tag gestern war anstrengend und die Nacht nicht wirklich erholsam.

Ich mag nicht ins Labor gehen, weil es gestern so schrecklich anstrengend war. So viel Neues, so viel Fremdes. Ein paar Tränen sind gestern auch geflossen, weil ich das Gefühl hatte, überhaupt nichts richtig zu machen, unfähig zu sein, alles falsch zu machen.

Und heute steht auch die Sicherheitsbelehrung an. 2 Stunden! Ich habe ja schon einige Sicherheitsbelehrungen bekommen, aber noch nie eine, die so lange ging. 2 Stunden Sicherheitsbelehrung, das wird garantiert total langweilig. Und während ich mir zum hundertsten Mal anhöre, was ich in einem Labor alles nicht tun darf und wie ich mich in welcher Situation verhalte, kann ich natürlich nicht arbeiten. Was heißt, dass sich der Tag so richtig schön in die Länge zieht und ich wieder bis abends dort sein werde.

Dann komme ich völlig erschöpft nach Hause. Verletze mich um ein bisschen Ruhe zu finden, stell mich anschließend unter die Dusche, dann noch schnell was essen, betrinken und ins Bett fallen.

Keine Zeit für mich.

15.3.11 07:30


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